Hauptspalte Zeitungsverleger diskutieren mit Telekom Chef über Digitalisierung und fordern Entlastungen bei der Zeitungszustellung
Zeitungsverleger Verband NRW
Jahrestagung am 02. Juni 2017 in Bonn
Zeitungsverleger diskutieren mit Telekom Chef über Digitalisierung und fordern Entlastungen bei der Zeitungszustellung
Die heutige Jahreshauptversammlung des Zeitungsverlegerverbandes Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) findet auf Einladung des Bonner General-Anzeigers in Bonn statt. Telekom Chef Timotheus Höttges spricht über Next Generation Networks.
Der Vorsitzende des Verbandes, Christian DuMont Schütte, Aufsichtsratsvorsitzender der Kölner DuMont Mediengruppe, fasste die Branchentrends knapp zusammen. Die Zeitungen in Nordrhein-Westfalen erreichten mit ihren Printtiteln mit knapp 55 Prozent noch immer mehr als die Hälfte der Menschen. Hierzu leisteten digitale Produkte der Zeitungsverlage einen immer stärkeren Beitrag. Während die Printauflagen mit 5 Prozent zwar leicht rückläufig seien, legte die Zahl der verkauften e-Paper um 21 Prozent deutlich zu.
Zudem zeigte sich DuMont Schütte erfreut über eine neue Wertschätzung für professionellen Journalismus: „Fake-News“ und „Hate-Speech“ haben Vielen wieder deutlich gemacht, dass Qualitätsmedien einen Wert haben. „Mancher merkt wieder, was er an uns hat.“ Er mahnte die Zeitungsverlage aber auch, diese neue Wertschätzung auch in Zukunft zu rechtfertigen.
„Die Verpflichtung zu Wahrheit und Qualität wird unser stärkstes Argument sein, auch in Zukunft für faire Rahmenbedingungen für unsere Häuser zu sorgen“, so DuMont Schütte.
Telekom Chef Timotheus Höttges forderte eine Änderung in der Grundhaltung der Deutschen zur Digitalisierung: die Digitalisierung mit mehr Optimismus anzugehen, sei notwendig, um die Grundlagen für die Gesellschaft der Zukunft zu legen. Für Kinder sei Konnektivität heute ein Grundrecht. Er bezeichnete Amazon als die größte „Krake“ aller Zeiten. „Kein Unternehmen setzt so konsequent und agil seine Ziele um“, so Höttges.
Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Dietmar Wolff, kritisierte die gesetzlich veranlasste Umstellung von Stück- auf Stundenlohn bei der Zeitungszustellung. Dies habe zu einer Mehrbelastung der Verlage in Höhe von rund 200 Millionen Euro pro Jahr geführt. Damit sei die Zustellung vor allem in ländlichen Regionen betriebswirtschaftlich nicht mehr darstellbar und werde derzeit von den Verlagen subventioniert.
„Die tägliche Zeitungszustellung ist durch staatlichen Eingriff zu einem Zuschussgeschäft geworden. Hier muss dringend eine Lösung zwischen Verlegern und politisch Verantwortlichen gefunden werden“, so Wolff.
Bonn, den 2. Juni 2017
Verantwortlich:
Hendrik Wüst, Geschäftsführer Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen
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